U20-EM (m): Unglücklicher Start in die EM-Endrunde

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Foto Guido Jansen: Benjamin Dollhofer im Angriff. Gegen die Niederländer gab es zu EM-Beginn ein 0:3 gegen die Niederländer.

Die deutschen Volleyball-Junioren sind mit einer 0:3-Niederlage in die EM-Endrunde in Weißrussland gestartet. 0:3 (21:25, 22:25, 20:25) unterlag das Team von Bundestrainer Söhnke Hinz den Niederlanden. Eine unsichere deutsche Annahme und eine starke Block-Feldabwehr des Gegners haben in Bobruisk den Unterschied ausgemacht. „Wir haben die Nervosität einfach nicht aus den Knochen schütteln können“, sagte Söhnke Hinz.

Beim Gegner klappte das besser. Ein paar gute Block- und Feldabwehraktionen gleich zu Beginn des Spiels machten dem Team von Ron Zwerver Mut. Die niederländischen Junioren konnten den Druck mit dem Aufschlag über die gesamte Partie hoch halten. „Wenn dann die Annahme des Gegners wackelt, dann wird Volleyball einfach“, so Zwerver. Obwohl die deutsche Mannschaft sich trotz zwischenzeitlich deutlicher Rückstände nicht aufgesteckt hat und zum Satzende immer besser starke Aktionen zeigte, war der Sieg für die Niederländer verdient. „So etwas kann passieren“, sagte Hinz. „Schließlich haben wir als Mannschaft auf einem solchem Wettbewerb keine Erfahrung.“ Morgen um 14 Uhr trifft das deutsche Team auf den Favoriten aus Russland. „Da haben wir keinen Druck. Wir werden einfach versuchen, möglichst gut zu spielen.“ Ziel wird sein, einen guten Rhythmus für die kommenden Spiele zu finden.

Das hatten sich die deutschen Junioren anders vorgestellt: Bei der Junioren-Europameisterschaft in Weißrussland ist der Start der deutschen Mannschaft missglückt. 0:3 hat das Team von Bundestrainer Söhnke Hinz gegen die Niederlande verloren. 21:25, 22:25, 20:25 lauteten die Satzergebnisse. Bezeichnend für das Spiel: Die deutschen Junioren haben zu keinen Zeitpunkt geführt, sondern waren die gesamte Partie über damit beschäftigt, einem Rückstand hinterher zu laufen. Und zwar von Anfang an. Zu Beginn des ersten Satzes zeigte sich gleich der erste Nachteil, den das deutsche Team im Vergleich zu den Niederländern hatte: Die Annahme war zu wacklig und ermöglichte es dem deutschen Nachwuchs nur in zu wenigen Phasen, ein variables Angriffsspiel aufziehen. Die Konsequenz war ein gegnerischen Block, der häufiger als es den Deutschen lieb sein konnte an der richtigen Stelle positioniert war. Elf Mal waren die Orjanes hier direkt erfolgreich, im Gegensatz zu drei Blockpunkten der Deutschen. Dazu kamen etliche Bälle, die der Gegner mit guter Abwehr oder einfach Glück im Spiel halten konnte. Während der niederländische Block viele Angriffe entschärfen konnte, waren die deutschen Block-Hände zu oft ein Ziel für den Gegner. Zu viele schwierige Angriffssituationen konnte das Team von Ron Zwerver lösen, indem es den deutschen Block clever angeschlagen hat. 4:10 lag die Hinz-Truppe in Durchgang eins hinten, bis sie ihre Unsicherheit ablegen konnte. Zu spät – denn jeden Ball, den die Deutschen sich von nun an mühevoll erkämpfen konnten, holten sich die Niederländer zurück.
Selbiges Spiel in Satz zwei: die wacklige Annahme bescherte dem deutschen Team einen 4:8-Rückstand. Es folgt die stärkste Phase der Junioren-Nationalmannschaft, in der klar wird, dass die Niederländer eigentlich zu packen sind. Vor allem der Block ist jetzt präsent, das 15:15 die Folge. Ein Aufstellungsfehler bringt die Niederländer mit 17:15 in Führung. „Wir haben ganz einfach gemerkt, dass unser Team noch kein großes Turnier gespielt hat und deswegen sehr nervös agiert hat. Das kann passieren“, zeigte Söhnke Hinz Verständnis für das verkrampfte auftreten seiner Mannschaft. Bis zum 20:21 bleibt das Spiel spannend, dann sorgen zwei Fehler des deutschen Teams für den vorentscheidenden 20:23-Rückstand. Der dritte und letzte Satz ist über weite Strecken eine deutliche Angelegenheit für die Niederländer. Dem Zwerver-Team gelingt jetzt beinah alles in der Abwehr. Jeder noch so gut vorbereite deutsche Angriff wird verteidigt, teilweise zwei oder drei Mal pro Ballwechsel. Im Gegenzug haben die westlichen Nachbarn dann oft konsequent punkten können. Der Frust ist den Deutschen anzumerken. Positiv zu erwähnen war die Tatsache, dass die Mannschaft sich nicht aufgegeben hat und den 10:17-Rückstand verkürzen konnte. Die Einwechselungen von Björn Höhne, Paul Sprung und Wieland Oswald taten dem Spiel zwar gut, konnten aber keine Wende mehr bewirken. Mit 20:25 war die Niederlage besiegelt. Die Enttäuschung war der Mannschaft nach der Partie anzumerken. Angesichts der Tatsache, dass am Sonntag um 14 Uhr der große Favorit Russland wartet und eine Niederlage keine Überraschung wäre, wird klar, dass die Karten der deutschen Junioren sich mit der Auftaktniederlage drastisch verschlechtert haben. Zumindest im Bezug auf die vorderen Plätze. So weit denkt Bundestrainer Söhnke Hinz ohnehin nicht. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir ohne Stress in das Spiel gegen die Russen gehen und da zeigen, was wir können. Wir können es nämlich besser als im ersten Spiel. Das wissen wir auch.“ Möglicherweise ist das Kräftemessen mit dem Favoriten genau die passende Gelegenheit, um Sicherheit und Selbstvertrauen für den weiteren Turnierverlauf zu tanken. Das Talent, die Russen mächtig zu ärgern, hat das deutsche Team.


Startaufstellung: Jankowski, Dollhofer, Marks, Klinger, Klein, Klinger, Brückner; eingewechselt: Oswald, Sprung, Höhne

Kader: Simon Hirsch (Verein: Zurich Team VC Olympia Berlin, Herkunft: Dresden) , Björn Höhne, (Zurich Team VC Olympia Berlin, Berlin) Philipp Jankowski (Zurich Team VC Olympia Berlin, Berlin), Georg Klein (Zurich Team VC Olympia Berlin, Leipzig), Oskar Klingner (Zurich Team VC Olympia Berlin, Dresden), Jan-Philipp Marks (Zurich Team VC Olympia Berlin, Schwerin), Wieland Oswald (Zurich Team VC Olympia Berlin, Borna), Moritz Brückner (Zurich Team VC Olympia Berlin, Coburg), Benjamin Dollhofer (TV Bühl, Bühl), Patrick Speta (Volley YoungStars Friedrichshafen, Konstanz), Paul Sprung (Netzhoppers KW-Bestensee, Dresden), Tom Strohbach (Zurich Team VC Olympia Berlin, Schwerin)

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(Guido Jansen)

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Hinweis: Dies ist ein aktueller Bericht vom 28.08.2010!

 
 
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